Fatique

-für nicht Betroffene-


**Fatigue - für den Laien erklärt**

Fatigue ist wie ein kaputter Handy-Akku!

Stell dir vor, du lädst dein Akku über Nacht zu 100% auf um dein Handy den ganzen Tag nutzen zu können, weil du tolle Sachen vor hast.
Nun ist es aber so, dass dir schon 10% Leistung für nur eine SMS flöten geht.
Du willst mittags ein Restaurant in einer fremden Stadt besuchen, weißt aber nicht wie du dahin kommst. Also GoogleMaps an und dahin navigiert …
zack sind plötzlich ganze 80% weg weil GoogleMaps so viel Leistung benötigt und du kommst langsam ins Schwitzen, weil gerade mal der halbe Tag rum ist und du nur noch 10% Akku übrig ist.
Also erstmal eine Steckdose suchen und nachladen. Das Problem ist, dass du nicht genügend Zeit hast um den Akku wieder auf 100% zu laden. Also stöpselst du das Handy schon vorher ab, obwohl es nur auf 60% geladen ist.
Du gehst mit Freunden auf ein kleines Konzert im Stadtpark bei tollem Wetter. Du möchtest tolle Fotos von der Atmosphäre und deinen Freunden mit dem Handy machen doch jedes Foto kostet 10% Akku, was dich tierisch ärgert, weil es doch so viele Dinge und Situationen gibt, die du so gerne fotografieren möchtest …
Also fängst du Tag für Tag an, sparsam mit deinem Akku umzugehen. Sparst dir jede unnötige SMS, machst nicht mehr so viele Fotos, fährst nicht mehr in eine fremde Stadt um in ein neues Restaurant zu gehen.
So ist auch der Alltag mit Fatigue!
Die SMS: sind Dinge wie Hausarbeit, Einkaufen, Kochen … halt Dinge des Alltags!
GoogleMaps: ist der Beruf!
…. und die Fotos …. das sind Familie und Freunde!
Wenn du jetzt diesen kaputten Akku hast und weißt, dass du ihn nicht gegen einen Neuen austauschen kannst …
Wie würdest du deinen Akku benutzen?
Würdest du immer noch in eine fremde Stadt für einen Restaurantbesuch fahren oder doch lieber da essen wo du GoogleMaps nicht so lange oder garnicht brauchst? Oder würdest du lieber auf ein paar Fotos verzichten, weil du die Restaurantbesuche in anderen Städten liebst? Bei den SMS ist das so eine Sache, weil manche müssen einfach verschickt werden.
Täglich die Entscheidung, was einem jetzt wichtiger ist, ist nicht einfach … doch wir haben keine Wahl, wir müssen uns entscheiden!



Fatique

Das CFS darf nicht verwechselt werden mit der Fatigue, die häufig bei Krebs oder anderen schweren, chronischen Erkrankungen auftritt. Diese ruft zwar ähnliche Beschwerden hervor, hat jedoch eine andere Ursache. Daneben gibt es auch Ähnlichkeiten mit den Symptomen anderer Erkrankungen wie der Fibromyalgie, welche zu den rheumatischen Erkrankungen zählt.


Die Diagnose einer Fatigue kann aufgrund der mangelnden Abgrenzbarkeit und der großen Anzahl ähnlicher Erkrankungen (z.B. Burnout-Syndrom) schwierig sein. Für die Diagnosestellung ist umfangreiche Anamnese und die professionelle Beurteilung des physischen, psychischen bzw. kognitiven Zustandes des Betroffenen notwendig.

 

1 Definition

**Fatigue

ist ein Syndrom (eine Ansammlung unterschiedlicher Symptome), das als Begleiterscheinung verschiedener chronischer Krankheiten auftritt.

Nach David Cella bedeutet Fatigue "eine außerordentliche Müdigkeit, mangelnde Energiereserven oder ein massiv erhöhtes Ruhebedürfnis, das absolut unverhältnismäßig zu vorausgegangenen Aktivitätsänderungen ist." Fatigue ist somit eine krankhafte Erschöpfung, die sich nicht durch normale Erholungsmechanismen beheben oder den Betroffen durch Schlaf effektiv regenerieren lässt.

 

 Die Betroffenen fühlen sich physisch und mental weniger leistungsfähig als früher: Selbst „normale“ körperliche Aktivitäten wie Zähne putzen, Kochen, Telefonieren, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen werden oft als kaum durchführbar empfunden. Nach solchen Aktivitäten fühlen sich die Fatigue-Patienten unverhältnismäßig erschöpft

 

2 Symptome - Ursachen

Gefühl generalisierter Schwäche

Konzentrationsstörungen

Mangel an Motivation, den normalen Aktivitäten des Alltags nachzugehen

Gestörtes Schlafmuster

Emotionale Reaktionen wie z.B. Frustration oder Reizbarkeit

Sozialer Rückzug, Isolation

Verlust der körperlichen Belastbarkeit

 

Die Beschreibung der Symptomatik durch den Betroffenen hängt zusätzlich ab von anderen Faktoren, wie beispielsweise dem Erleben der Krankheit und der Therapie oder der entsprechenden Tagesgestaltung.

Die Entstehung von Fatigue als Begleiterscheinung chronischer Erkrankungen ist dagegen in den meisten Fällen noch unklar. Experten vermuten aber, dass es hier keinen einzelnen Auslöser für die anhaltende Erschöpfung gibt, sondern dass vielmehr mehrere Faktoren zur Fatigue beitragen (Fatigue als multifaktorielles Geschehen). Im Verdacht stehen unter anderem:

 

Veränderungen innerhalb des zentralen Nervensystems (wie bei Parkinson und Multipler Sklerose)

Veränderungen im endokrinen System (Hormonhaushalt)

Fehlregulationen des Immunsystems (Fatigue ist ein häufiges Symptom bei Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis und systemischer Lupus erythematodes!)

Entzündliche Prozesse (wie bei rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie)

 

3 Ätiologie

Fatigue ist ein multikausales bzw. multifaktorielles Phänomen. Als mögliche Ursachen einer Fatigue kommen in Frage:

Die (Tumor-)Erkrankung selbst (Gewichtsabnahme, Stoffwechselstörungen, Anämie)

Therapiemaßnahmen (OP, Strahlentherapie, Chemotherapie, Zytokine, allg. Medikation wie

z.B. Opiate)Hormonmangelerscheinungen (Schilddrüsenhormone, Geschlechtshormone, Nebennrmone)

Psychische Auswirkungen der Erkrankungen (Angst, Stress, Depressionen)

Schlafstörungen, Mangelernährung

Chronische Infekte

Mangel an körperlichem Training und der einhergehende Muskelabbau

 

4 Diagnose

Die Diagnose einer Fatigue kann aufgrund der mangelnden Abgrenzbarkeit und der großen Anzahl ähnlicher Erkrankungen (z.B. Burnout-Syndrom) schwierig sein. Für die Diagnosestellung ist umfangreiche Anamnese und die professionelle Beurteilung des physischen, psychischen bzw. kognitiven Zustandes des Betroffenen notwendig.

Zur Diagnosefindung existiert eine Vielzahl an standardisierten Fragebögen. Hierbei steht meist auch die Fatigue bei Tumorerkrankungen im Vordergrund. Die Fragebögen erfassen u.a. Symptome wie Erschöpfung, Energiemangel sowie ein gesteigertes Bedürfnis nach Erholung nach relativ geringer Belastung.

Nach internationaler Definition leidet der Betroffene unter Fatigue wenn die genannten Symptome im Vormonat täglich oder fast täglich, in zwei aufeinanderfolgenden Wochen aufgetreten sind und zusätzlich mindestens fünf oder mehr der folgenden Punkte erfüllt werden:

Leiden unter allgemeiner Schwäche

Schweregefühl in den Gliedern

Nachlassen der Konzentration oder Aufmerksamkeit

Motivationsverlust und fehlendes Interesse an der Ausführung normaler Aktivitäten

Schlafstörungen oder erhöhtes Schlafbedürfnis

Erschöpfung und Müdigkeit auch nach dem Schlafen

große Mühe bei der Überwindung der Untätigkeit

Stimmungsschwankungen in Form von Trauer oder Reizbarkeit

Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

Stundenlang anhaltende, starke Erschöpfung nach schweren Tätigkeiten

Zusätzlich weist ein CFS über mehr als sechs Monate mindestens vier der folgenden Symptome auf:    

Gedächtnis-/Konzentrationsprobleme

Halsschmerzen

Druckempfindliche Lymphknoten am Hals oder unter den Achseln

Muskelschmerzen (Myalgie)

Gelenkschmerzen (Arthralgie) an verschiedenen Gelenken

Neuartige Kopfschmerzen

Nichterholsamer Schlaf

Unverhältnismäßig starke Erschöpfung nach Anstrengung (das heißt, die nachträgliche Erschöpfung hält länger als 24 Stunden an)

 

Ähnliche Beschwerden, wie sie ein CFS verursacht, treten auch bei anderen Erkrankungen auf. Diese müssen daher im Zuge der Diagnosefindung vom Arzt ausgeschlossen werden

 

Vorausgehende Faktoren

Zu den vorausgehenden (prädisponierenden) Faktoren für ein chronisches Müdigkeitssyndrom gehören verschiedene Persönlichkeits- und Lebensstilfaktoren. So vermuten Experten zum Beispiel, dass introvertierte Menschen anfälliger für CFS sind. Das Gleiche könnte für Menschen gelten, die äußerst gewissenhaft beziehungsweise perfektionistisch veranlagt sind und hohe Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit haben. Außerdem scheint körperliche Inaktivität in der Kindheit beziehungsweise während einer akuten Virusinfektion (Infektiöse Mononukleose) das Risiko zu erhöhen, im späteren Leben ein chronisches Erschöpfungssyndrom zu entwickeln.

Fatigue-Syndrom: Untersuchungen und Diagnose

Zur Abklärung einer unerklärlichen Müdigkeit erfragt der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese). Wichtig ist zum Beispiel, seit wann die Erschöpfung besteht, wie ausgeprägt sie ist und wie sehr sie das Alltagsleben beeinträchtigt. Außerdem erkundigt sich der Arzt nach weiteren Beschwerden, dem Schlafverhalten, der Einnahme von Medikamenten, dem Konsum von Alkohol, Koffein, Nikotin und eventuell illegalen Drogen sowie der beruflichen, familiären und sozialen Situation.

 

Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung, einschließlich einer Blutuntersuchung. Sie kann zum Beispiel eine Blutarmut (Anämie) als Auslöser von Fatigue entlarven.

Fatigue ist ein subjektives Symptom. Es gibt aber eine Reihe von Verfahren (Fragebögen, Skalen), mit deren Hilfe der Arzt die Erschöpfung objektiver erfassen kann.

Wichtig bei der Abklärung von Fatigue ist die Abgrenzung zur Depression, denn auch diese kann eine starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit hervorrufen.

 

5 Therapie

Die Therapie ist abhängig von der Ursache. Mögliche Maßnahmen sind:

Angepasste Schmerztherapie

Psychotherapie

Medikamente (Antidepressiva, Neuroleptika)

Hormonsubstitution (z.B. Erythropoetin)

Ernährungsberatung

Erythrozytenkonzentrate (bei Anämie)

Körperliches Training unter medizinischer Kontrolle

Autogenes Training, Entspannungstechniken

Atemübungen

CFS: Krankheitsverlauf und Prognose

Wie ein chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) im Einzelfall verläuft, lässt sich schwer voraussagen.

In den meisten Fällen beginnt die Erkrankung plötzlich, oft infolge eines Infektes: Die anhaltende Erschöpfung und Leistungsschwäche können so ausgeprägt sein, dass die Betroffenen kaum noch aus dem Haus gehen. Nach Monaten bis Jahren kann sich ein chronisches Erschöpfungssyndrom wieder besser – ob spontan oder aufgrund einer bestimmten Behandlung lässt sich meist nicht sagen. Die wiedergewonnene Leistungsfähigkeit ist aber oft nicht von Dauer: Das chronische Müdigkeitssyndrom weist eine hohe Rückfallquote auf; vor allem nach Infekten, körperlicher Belastung und Stressperioden kann sich die lähmende und anhaltende Erschöpfung wieder einstellen. Etwa 20 Prozent der CFS-Betroffenen sind durch die Erkrankung dauerhaft in ihrem Alltagsleben eingeschränkt (bis hin zur Invalidität).

In selteneren Fällen stellt sich ein chronisches Erschöpfungssyndrom nicht plötzlich, sondern schleichend ein. Im Laufe der Zeit werden die Beschwerden immer stärker. Nimmt ein chronisches Erschöpfungssyndrom diesen Verlauf, sind die Chancen auf Erholung deutlich schlechter.

 

https://flexikon.doccheck.com/de/Fatigue

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