Targin - das sollte man wissen !

Was für ein Medikament ist Targin?

 

Targin® ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Seltener wird es auch bei einem schweren Restless-Legs-Syndrom (übersetzt heißt das in etwa „Syndrom der ruhelosen Beine“) verschrieben, wenn es keine erkennbare Ursache gibt und nichts anderes hilft.

 

Zwei Wirkstoffe in einem Medikament

Targin® enthält zwei verschiedene Wirkstoffe: Der eine heißt Oxycodon und ist ein Opioid. Wie alle Opioide lindert auch Oxycodon die Schmerzen, hat zugleich aber den negativen Effekt, den Darm träge zu machen. Hier kommt wiederum der zweite Wirkstoff namens Naloxon ins Spiel: Naloxon ist eigentlich ein Feind der Opioide, bremst sie also gewissermaßen aus. Es gibt aber einen Mechanismus, der dafür sorgt, dass das Naloxon nur bis zum Darm kommt – und nicht weiter. Das ist natürlich sehr praktisch. Denn so verhindert der Wirkstoff eine Verstopfung, ohne das Opioid beim Kampf gegen den Schmerz zu stören.

Alle zwölf Stunden eine Retardtablette

Bei Targin® handelt es sich um eine sogenannte Retardtablette. Die Wirkstoffe werden also nach und nach über einen längeren Zeitraum abgegeben. Die Standarddosis für einen Erwachsenen besteht in einer Retardtablette Targin®10/5 mg Oxycodon/Naloxon alle zwölf Stunden (bitte versuchen Sie wirklich, dieses feste Zeitschema einzuhalten – unabhängig von den Mahlzeiten). Zur Behandlung eines Restless-Legs-Syndrom wird meist eine geringere Dosis gewählt.

Feste Wirkstoff-Kombination hat auch Nachteile

Der Nachteil an der festen Kombination der beiden Wirkstoffe Oxycodon/Naloxon ist folgender: Von dem Mittel dürfen Sie höchstens 40/20 mg Oxycodon/Naloxon pro Tag nehmen. Wenn nun wegen zunehmender Schmerzen die Opioid-Dosis darüber hinaus erhöht werden soll, ist das mit Targin® allein nicht möglich. Es muss zusätzlich ein weiteres, einzelnes Opioid-Präparat verabreicht werden.

Zusatznutzen des Kombi-Präparats fraglich

Kritiker bezweifeln, dass die Fixkombination dieses Medikaments Vorteile bietet im Vergleich zu einer herkömmlichen Opioid-Therapie, zu der begleitend Abführmittel verabreicht werden. Die Autoren der pharmakritischen Fachzeitschrift Arznei-Telegramm sehen bisher keinen Grund dafür, das vergleichsweise teure Targin® anderen Mitteln vorzuziehen.

Nicht geeignet für Patienten mit bestimmten Lungenerkrankungen

Nicht einnehmen dürfen Sie Targin®, wenn Sie auf einen der Wirkstoffe allergisch reagieren. Auch wenn Sie an einer schweren chronischen Lungenerkrankung (COPD), an Bronchialasthma, an einer mittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörung oder einer Darmlähmung leiden, ist das Mittel für Sie tabu. Das gilt auch für den Fall, dass Ihre Atmung herabgesetzt ist und dem Organismus zu wenig Sauerstoff zur Verfügung steht (Mediziner sprechen hier von einer Atemdepression).

Gefahr einer Medikamenten-Abhängigkeit

Wie bei anderen Opioiden besteht auch bei Targin® das Risiko, dass sich eine Abhängigkeit von dem Medikament entwickelt. Beachten sollten Sie zudem: Wenn Sie das Mittel absetzen oder auf ein anderes Schmerzmittel umsteigen, kann es sein, dass Ihr Darm erst einmal nicht so recht in Gang kommt.

Autorin: Anna Brockdorff

Kommentar schreiben

Kommentare: 0