Mechanische Ursachen für Nervenschmerzen

Äußere Einwirkungen können die Nerven nachhaltig beschädigen. Dafür können nicht nur Unfallverletzungen oder chirurgische Eingriffe als Ursache infrage kommen, auch bestimmte Krankheiten können das Nervensystem unter Druck setzen und schmerzhafte, mechanisch bedingte Neuropathien hervorrufen.

Mechanische Störungen können schmerzhafte Folgen für das Nervensystem haben. Sie entstehen als Folge von Druckschädigungen z.B. aufgrund anatomischer Enge (z.B. Karpaltunnelsyndrom, Engpass-Syndrom, Bandscheibenschäden) oder aufgrund von Tumoren. Betroffen können sowohl die motorischen als auch die sensiblen Nervenfasern sein.

Neuropathie nach Wurzelabriss

Kommt es infolge von Unfällen und/oder Operationen zu Wurzelabrissen bzw. Nervendurchtrennungen, so resultieren auch hier Nervenschmerzen.

Neuropathie bei Engpass-Syndrom (z.B. Karpaltunnelsyndrom)

Bei einem Engpass-Syndrom werden periphere Nerven etwa durch Knochen, Bänder, Muskeln oder Bindegewebe zusammengedrückt (komprimiert). So kann es zum Beispiel nach Operationen zu einer vermehrten Bildung von Bindewegebe kommen, das zu einer solchen Einengung führt. Fehlhaltungen am Arbeitsplatz können ebenfalls dazu führen, dass Nerven dauerhaft verletzt werden. Symptome eines Engpass-Syndroms sind Störungen der Sensibilität unterhalb der geschädigten Körperstelle. Die auftretenden Schmerzen sind brennend, stechend, einschneidend, kribbelnd oder auch elektrisierend. Bei längerer Dauer der Einengung kann es auch zu Störungen der Motorik mit Lähmungen und der Beeinträchtigung der Hautversorgung kommen. Ein bekanntes Beispiel für ein Engpass-Syndrom ist das Karpaltunnelsyndrom.

Bei einem Karpaltunnelsyndrom (CTS) wird der N. medianus, der im Handgelenk durch den Karpaltunnel unterhalb des Ligamentum carpi volare verläuft, durch Schwellungen im Sehnengleitfach eingeengt und durch Dauerdruck beschädigt. Die Folgen sind vor allem nächtliche Missempfindungen (Parästhesien) und Schmerzen im Bereich der Beugeseite der ersten drei Finger der betroffenen Hand. Weitere Symptome sind Kribbeln und Taubheit der Hand, nächtliche Ruheschmerzen und ein Einschlafen des ersten bis dritten Fingers. Die Schmerzen können bis in den Arm und die Schulter ziehen und die Muskulatur der betroffenen Finger geschwächt werden. Durch intensives Reiben und Schütteln der Hände können die Beschwerden gelindert werden. Auch kaltes Wasser kann helfen.

Eine nicht seltene Begleiterkrankung des Karpaltunnelsyndroms ist der „schnappende Finger“. Dabei handelt es sich um eine vermehrte Morgensteifigkeit der Finger oder schmerzhaften und inkompletten Faustschluss. Ein Karpaltunnelsyndrom sollte von den sogenannten zervikalen Radikulopathien (Schädigungen der Nervenwurzeln an der Halswirbelsäule), Polyneuropathien, einer Läsion oder anderweitiger Kompression des N. medianus, von Erkrankungen der Wirbelsäule und nicht-neurogenen (das Nervensystem nicht betreffenden) Erkrankungen wie dem Raynaudsyndrom oder der Borreliose abgegrenzt werden.

Die Therapie eines Karpaltunnelsyndroms erfolgt im Frühstadium ohne operative Eingriffe. Im fortgeschrittenen Stadium und bei anhaltenden sensiblen und/oder motorischen Ausfallserscheinungen erfolgt operativ eine Spaltung des Retinakulums. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut, die Komplikationsrate nach Operationen liegt bei drei bis sechs Prozent.

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