NeuroAktuell - SFN und Fibromyalgie

Nachweis für Small-fiber-Pathologie beim Fibromyalgie-Syndrom erbracht

Es gibt Hinweise dafür, dass pathologische Veränderungen und funktionelle Anomalien der kleinen Nervenfasern ein mögliches Korrelat der Schmerzen bei Patienten mit dem Fibromyalgie-Syndrom sind. Um ein potentielles morphologische Korrelat der funktionellen Störungen zu finden, haben Wissenschaftler des Universitätskrankenhauses in Würzburg und der Schmerzklinik am Arkauwald in Bad Mergentheim kürzlich im Rahmen einer Studie versucht, auf elektronenmikroskopischer Ebene die Durchmesser der unmyelinisierten Nervenfasern der Haut von Fibromyalgie-Patienten zu quantifizieren. Hierzu rekrutrierten sie prospektiv 32 Patienten mit einem Fibromyalgie-Syndrom, 12 Personen mit einer Small fiber-Neuropathie sowie 24 gesunde Kontrollpersonen und entnahmen bei ihnen Hautbiopsien von distalen und proximalen Hautarealen der Beine sowie vom Zeigefinger. Nach Vorbereitung der Proben bestimmten sie mittels Immunfluoreszenz und Elektronenmikroskopie in jeder einzelnen von ihnen die Durchmesser der kleinen unmyelinisierten Nervenfasern. Es zeigte sich, dass in der Gruppe der Fibromyalgie-Patienten der Axon-Durchmesser im Mittel deutlich geringer war als in der Gruppe der Personen mit der Small fiber-Neuropathie und in der Kontrollgruppe. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler bereits früher gemachte Beobachtungen bei Patienten mit einer Fibromyalgie bestätigen, und zwar eine in quantitativen sensorischen Tests diagnostizierte Funktionsstörung der kleinen Nervenfasern und eine verringerte intraepidermale Nervenfaserdichte. Mit dieser Studie konnte ein weiterer Nachweis dafür erbracht werden, dass die Small-fiber-Pathologie eine wichtige Rolle beim Fibromyalgie-Syndrom spielt, so die Wissenschaftler. Außerdem konnte den Experten zufolge gezeigt werden, dass es deutliche Unterschiede zur Small fiber-Neuropathie gibt, was wiederum darauf hindeutet, dass bei den beiden Erkrankungen dem Verlust der kleinen Nervenfasern verschiedene Pathomechanismen zugrunde liegen.

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